
Man kann nicht von der Homöopathie sprechen, da es verschiedene Denkansätze gibt, die zu verschiedenen Therapiekonzepten führen. Da gibt es z.B. die so genannte klassische Homöopathie, die miasmatische Homöopathie, die prozessorientierte Homöopathie und neben einigen anderen die Homöopathie mit Komplexmitteln. Die ersten beiden Formen möchte ich im Folgenden erklären.
Die klassische Homöopathie verordnet Einzelmittel, die nach ausführlicher Anamnese und Repertorisation ausgewählt werden. Die Anamnese ist das Herzstück der Behandlung. Nach dem freien Spontanbericht des Patienten werden die Hauptbeschwerden, Allgemeinsymptome sowie Geistes- und Gemütssymptome aufgenommen und in die Auswertung und in die Hierarchisierung der Symptome einbezogen. Die für eine Arznei besonders auffälligen und wichtigen Angaben, die das Mittel charakterisieren, werden als Leitsymptome bezeichnet.
Die endgültige Auswahl des individuellen Heilmittels, des Similes, erfolgt nach vergleichender Betrachtung des Arzneimittelbildes mit den Symptomen des Patienten.
Mit der klassischen Homöopathie arbeite ich nicht.
Die Miasmentherapie wurde schon von Hahnemann begründet. Das Wort „Miasma“ kommt aus dem griechischen und bedeutet Makel, Befleckung oder auch Ausdünstung. Hahnemann bezeichnete damit unterschiedliche Arten, bzw. Schweregrade der Störung der Lebenskraft.
Homöopathie aus miasmatischer Sichtweise. Ein Miasma ist der Ausdruck des individuellen und kollektiven menschlichen Bewusstseins mit seinen Licht – und Schattenseiten. Sie stellen eine Dynamik dar, die im kleinen und großen Maßstab sowohl krank macht als auch heilend wirkt. Miasmen spiegeln das Naturgesetz wider, dass der Geist die sichtbare Welt erschafft. Kulturgeschichtlich ist gut zu sehen, dass in jeder Epoche ein bestimmter Zeitgeist herrschte, ein miasmatisches Bewusstsein, das sich sowohl in künstlerischen, intellektuellen, spirituellen und technischen Errungenschaften zeigte als auch in einer „Zeitkrankheit“, in einer Seuche. Nicht die Seuche selbst ist das Miasma, sondern das jeweilige Miasma ruft die passende Seuche hervor.
In dieser Form der homöopathischen Therapie bedeutet ein Miasma die unsichtbare, familiensystemisch eingebundene „Krankheit unter der Krankheit“. Miasmatisch zu therapieren heißt also, die geistige Wurzel einer Erkrankung zu erkennen und zu behandeln.
Das ist heute aktueller denn je, denn unser karzinogener Zeitgeist bringt immer kompliziertere und komplexere Krankheiten hervor, allem voran die Krebserkrankung die sich immer neue organische Felder erobert. Statistisch gesehen kommt die Krebserkrankung heute in jeder Familie vor.
Es geht also bei dieser Behandlungsweise darum, neben den organotropen und konstitutionellen Ansatzpunkten das innere Wesen eines Miasmas und seinen Ausdruck im menschlichen Bewusstsein mit einzubeziehen.
In der miasmatischen Homöopathie werden alle das Leben des jeweiligen Patienten beeinflussende Faktoren in der Anamnese zusammen gesehen. Durchlebte Erkrankungen, Impfungen, Infektionen, auch nur kurz auftretende Symptome genauso wie genetische Dispositionen, Verhaltensmuster, Ängste und psychosoziale Hintergründe werden in eine bestimmte miasmatische Hierarchie eingeordnet und führen so zu den in Frage kommenden Mittel.
Aber nicht nur das jeweilige Mittel, auch Veränderungen im täglichen Leben, das Aufbrechen von alten Strukturen tragen zu einer erfolgreichen Behandlung mit dieser Therapieform bei.