Streng geschichtlich behandelt kann man Samuel Hahnemann (1755-1843) nicht als den Entdecker des Ähnlichkeitsgesetzes bezeichnen. Schon Hippokrates und Paracelsus kannten dieses Naturgesetz nach dem Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen ist. Doch vor Hahnemann gelang es niemandem, dieses Gesetz umfassend zur Heilung der Kranken einzusetzen, da bis dahin nur Rohsubstanzen zum Einsatz kamen. Hahnemann hat zum ersten Male stark verdünnte Mittel eingesetzt. Das war die Geburtsstunde der Homöopathie.
Nach dem Studium der Medizin und der Chemie machte Hahnemann noch eine Apothekerausbildung und ließ sich zunächst als praktischer Arzt in der Nähe Leipzigs nieder. Da ihm aber mit der damaligen Medizin nur kurzfristige gesundheitliche Verbesserungen gelangen, gab er frustriert seinen Beruf auf und verdiente sich mit dem Übersetzen medizinischer Werke seinen Lebensunterhalt. Erst 1790, nachdem er mit dem "Chinarindenversuch" den Beweis für die schon früher von Paracelsus erbrachte Aussage: "Ähnliches sei mit Ähnlichem zu heilen" lieferte, nahm er seine ärztliche Tätigkeit wieder auf. Er war lange Zeit vielen Anfeindungen von Kollegen ausgesetzt und wurde erst 1835 - im Alter von 80 Jahren - mit seinem Umzug nach Paris anerkannt, wo er sehr erfolgreich als homöopathischer Arzt arbeitete. Hahnemann bildete - zusammen mit seiner Frau Melanie - Schüler aus und so verbreitete sich die Homöopathie schnell in Europa, England und auch in Amerika.
Seit ca. 200 Jahren hat Hahnemanns Homöopathie in ihren Grundsätzen und in ihrer Methodik unverändert Gültigkeit. Das Wissen über die einzelnen Mittel, die Arzneibilder und ihre Anwendungen wird seit damals ständig vertieft und erweitert.